Binäre Optionen Steuern: Wie muss ich Gewinne und Verluste beim Finanzamt angeben?

Früher oder später kommt die Frage auf, wie binäre Optionen beim Finanzamt angegeben werden müssen. Das gute ist: So viel Steuern wie auf das Einkommen müssen auf Gewinne in der Regel nicht gezahlt werden. Es gibt zwar einen Freibetrag in Höhe von 801 Euro pro Person, da allerdings mit binären Optionen innerhalb von kürzester Zeit saftige Renditen einzufahren sind, ist es auch für Kleinanleger ein Leichtes, diese Grenze zu überschreiten. Dann müssen die Einkünfte gegenüber dem Finanzamt deklariert werden. Aber was gibt es schöneres, als auf Gewinne Steuern zahlen zu müssen?

Lange Zeit war in Deutschland nicht abschließend geklärt, wie im Falle von Binäre Optionen Steuern zu deklarieren sind gegenüber dem Finanzamt. Mittlerweile ist aber klar: Es sind Kapitalerträge und kein Glücksspiel. In der folgenden Ausführung sollen ein paar Aspekte des Steuerrechts betrachtet werden. Diese können und sollen aber die Konsultation eines Fachmannes nicht ersetzen. Sie dürfen es nach geltendem Recht in Deutschland auch gar nicht. Ein heißer Tipp aus unserer Redaktion: Die Türen des Finanzamtes stehen immer offen und dort ist man auch zu rechtsverbindlichen Aussagen verpflichtet. Das ist oftmals billiger als das zur Rate ziehen eines Steuerberaters. Ein Griff zum Telefon reicht da häufig schon aus. Aber zum Kern der Sache. Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie mit den Erträgen aus Geschäften mit binären Optionen umgehen müssen:

  • Was für Steuern werden fällig?
  • Wieso muss ich meine Gewinne in meiner Steuererklärung angeben?
  • Wie sieht das mit dem Freibetrag aus?
  • Was mache ich mit meinen Verlusten?

Was für Steuern werden fällig?

Bis vor kurzem war in Deutschland unklar, ob es sich bei binären Optionen um Wetten oder um klassische Kapitalerträge handelt. Mittlerweile sind sich die Finanzexperten im Land einig: Es handelt sich bei binären Optionen um Termingeschäfte und auf diese ist die Abgeltungssteuer von Pauschal 25 Prozent zu zahlen, falls der Freibetrag von 801 Euro im Jahr überstiegen wird. Bei gemeinsam veranlagten Ehepartnern (Stichwort: Ehegattensplitting) verdoppelt sich der Betrag selbstredend. Da die Gewinne als Einkünfte im Sinne des Einkommenssteuergesetzes zu versteuern sind, fällt zudem noch Solidaritätszuschlag und bei Mitgliedern zusätzlich die Kirchensteuer an. Zusammengefasst kann man sagen, dass rund 28 Prozent Steuern auf einen Gewinn fällig werden.

Wieso muss ich meine Gewinne in meiner Steuerklärung angeben?

Innerhalb der Bundesrepublik Deutschland ist es so geregelt, dass die Bank oder der Broker es für den Händler übernimmt, die Abgeltungssteuer an das Finanzamt abzuführen. Haben die Bank bzw. in diesem Falle der Broker den Sitz im Ausland, sind Sie als Händler selber dafür verantwortlich. Sie bekommen also von ihrem Broker aus dem Ausland, und dies ist bei den meisten Brokern der Fall, den reinen Gewinn vor Steuern ausgezahlt. Das ist zunächst einmal schön, aber sie sollten immer im Hinterkopf behalten, dass vom Gewinn noch etwa 28 Prozent an den Fiskus gehen. Es verlockt zwar, diese Gewinne vor dem Finanzamt zu verheimlichen, weil der Staat zunächst nicht mitbekommt, dass Gewinne erzielt wurden. Aber sollten Sie dabei ertappt werden, wird es richtig brenzlig. Dann sind Sie wegen Steuerhinterziehung dran und es gibt in Deutschland kaum ein Verbrechen, bei dem der Staat so wenig Spaß versteht wie beim Hinterziehen von Steuern. Sie erinnern sich sicherlich noch an den Fall Uli Hoeneß oder Klaus Zumwinkel.

Wie hoch ist der Freibetrag beim Handel mit binären Optionen?

Wer in Deutschland Steuern zahlt, hat auch Freibeträge. Diese stehen jedem Steuerpflichtigen zu und gelten auch bei binären Optionen. Dieser Betrag verändert sich, wenn Sie verheiratet sind und mit Ihrem Ehegatten gemeinsam veranlagt sind wie folgt:

  • Bei Alleinstehenden sind Gewinne von bis zu 801 Euro steuerfrei und müssen in der Steuererklärung nicht angegeben werden.
  • Sind Sie verheiratet und gemeinsam veranlagt, erhöht sich der Betrag auf 1602 Euro.

Wer diese Mauer durchbricht, muss die erwähnte Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag sowie ggf. Kirchensteuer und Kapitalertragssteuer zahlen.

Wie können Gewinne vor dem Finanzamt erklärt und gemindert werden?

Bis vor kurzem konnten in Deutschland noch Gewinne und Verluste aus verschiedenen Geschäften gegeneinander aufgerechnet werden. Dies hatte den Vorteil, dass man viele Möglichkeiten hatte, vor dem Finanzamt seinen Gewinn kleinzurechnen. Dieses Schlupfloch wurde allerdings bereits vor zwei Jahren gestopft und so ist es nur noch möglich, Gewinne und Verluste direkt miteinander zu verrechnen. Nehmen wir einmal an, Sie haben binäre Optionen für Gold gekauft und einen satten Gewinn von 10.000 Euro eingefahren. Jetzt haben Sie aber im gleichen Jahr nach dem Kauf einer binären Option für den Index Dax 8000 Euro verloren. Diese Geschäfte können sie vor dem Fiskus gegeneinander aufrechnen und haben im Endeffekt nur noch einen Gewinn von 2000 Euro zu versteuern.

Fazit

Pauschal kann man sagen, dass die Erklärung von Gewinnen und Verlusten aus Geschäften relativ einfach gehandhabt ist. Mehr als die erwähnten 28 Prozent binäre Optionen Steuern werden in der Regel nicht fällig. Diese müssen als Kapitalerträge mit der Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer beim Finanzamt beglichen werden. Werfen Sie auch einen Blick in die sogenannte „Anlage KAP“ in den Unterlagen die Sie vom Finanzamt erhalten. Dort können Sie die Gewinne und Verluste geltend machen.